Mit dem ersten Frost und Schnee im Dezember kam leider auch eines der bedenklichen Hilfsmittel wieder zum Einsatz: Das Streusalz. Um die Rutschgefahr durch Schnee und Eis zu verringern, wird es ausgiebig gestreut. Allerdings ist schon lange belegt, dass Streusalz ernst zu nehmende negative Folgen für Natur und Umwelt hat.

Streusalz ist das schleichende Gift, das den Baumbestand und alle Arten von Pflanzen angreift und dauerhaft schädigt. Es führt auch zu Entzündungen oder Verätzungen an den Pfoten unserer Haustiere. Außerdem hat das Salz im Streugut oft massive Beschädigungen an Autos, Brücken und Fahrbahnen aus Beton zur Folge.

Und dennoch, die Straßenmeistereien, die für die Räumung der öffentlichen Wege und Straßen zuständig sind, müssen nicht auf das umstrittene Streugut verzichten. Die Straßen verkehrssicher zu halten, gehe ohne Salzeinsatz häufig nicht. Dieses Argument halten sogar einige Naturschützer für stichhaltig. Laut dem Umweltbundesamt wurden „in den letzten zehn Jahren […] in Deutschland im Mittel jährlich etwa 1,5 Millionen Tonnen Streusalz gestreut. In harten Wintern kann die Menge auf über vier Millionen Tonnen steigen“ (Umweltbundesamt, 01/2022).

Leider sind Streusalze  für unsere Stadtbäume jedoch Gift – mit Langzeitfolgen.

LANGZEIT SCHÄDEN FÜR BÄUME

Tatsächlich verbleibt das Streusalz nicht nur auf der Straße, wo es seine erwünschte Wirkung entfalten kann, sondern gelangt durch das Schmelzwasser auch in den Boden. Der durch Räumfahrzeuge aufgehäufte, salzhaltige Schnee versickert zudem konzentriert ins Erdreich.

Das bedeutet: Baumstandorte in der Nähe oder angrenzend an gestreute Straßen nehmen das salzhaltige Schmelzwasser auf. Insbesondere das im Streusalz enthaltene Natrium lagert sich dort ein und wird über die Wurzeln unkontrolliert aufgenommen. Wird durch ausreichend andere Nährstoffe nicht für Ausgleich gesorgt, wird der Baum dauerhaft geschädigt und kann möglicherweise absterben.

Baum mit rotem Laub in verschneiter Winterlandschaft

Problematisch ist auch, dass das Streusalz sich in Stadtböden jahrelang anreichern kann. Die dadurch entstehenden Mängel für die Vegetation zeigen sich oft nur zeitverzögert. Hoher Salzgehalt im Boden führt dazu, dass wichtige Nährstoffe nach und nach ausgewaschen werden und selbst die Aufnahme von eigentlich vorhandenen Nährstoffen und Wasser erschwert wird. Ohne einen balancierten Nährstoffhaushalt sterben die feinen Wurzelverzweigungen der Bäume ab.

Die Folge: Mangelnde Wasserversorgung und Nährstoffungleichgewichte.

Wir nehmen diese Schäden dann erst im Frühsommer z. B. durch Aufhellungen an den Blatträndern der Laubbäume wahr, die sich zur Blattmitte ausdehnen und braun verfärben. Eine solche Mangelversorgung führt dazu, dass Pflanzen gegenüber Krankheiten anfälliger sind und oft vorzeitig absterben. Je näher Bäume an Straßen und Wegen stehen, desto massiver sind die Schäden. Das betrifft insbesondere Stadtbäume in verkehrsreichen Zonen wie Gehwegen und Alleen, die im Winter regelmäßig gestreut werden. Alleebaumarten wie Ahorn, Linde und Kastanie sind zudem salzempfindlich, was sie besonders anfällig macht.

Die Schäden an der Pflanzenwelt sind allerdings weitreichender als augenscheinlich für den Passanten erkennbar. Die Stabilität des Bodens wird beeinträchtigt, was zu Verschlämmung führt. Auch Bodenlebewesen nehmen durch diese Kettenreaktion Schaden.

GIBT ES LÖSUNGEN, UM DIE BAUMGRUBE UND SOMIT DIE BÄUME ZU SCHÜTZEN?

Der Einsatz sogenannter Drosselklappen kann zum Beispiel ein Eindringen von salzhaltigem Wasser in die Baumgrube verhindern. Diese Klappen müssen allerdings meist manuell verschlossen werden und es muss sichergestellt sein, dass Regenwasser nicht auch auf anderem Wege in die Baumgrube gelangen kann.

WIE KÖNNEN WIR HELFEN?

Durch Verbote und Einsicht der Bürgerinnen und Bürger wurden in den letzten Jahren zumindest im privaten Bereich vermehrt alternative Streumittel verwendet. Beim verbotenen Einsatz von Streusalz auf Gehwegen drohen außerdem Bußgelder. Auf privaten Gehwegen können wir Alternativen wie Sand, Kies, Sägespäne oder Streumittel mit dem Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ verwenden und helfen, unsere Umwelt nachhaltig zu verbessern und unseren Bäumen die Standorte zu geben, die sie brauchen.

Mit unseren Lösungen für urbanes Grün helfen wir, kahle und graue Stadtbereiche in grüne und lebendige Lebensräume umzuwandeln. Ganz nach unserem Motto „Wir lieben grüne Städte“!

Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne.