Mit einer gewaltigen Hitzewelle – besonders für den Süden – und anhaltender Trockenheit sind die Temperaturen diesen Sommer eher besorgniserregend.

Der Juni 2022 war schon außergewöhnlich warm. Im Osten fielen mit einem Spitzenwert von 39,2 Grad Juni-Rekorde. Der Juli begann ebenfalls mit 30 Grad und mehr Hitze und am 14. Juli wurde im Südwesten an einer ganzen Reihe von Stationen Temperaturen von mehr als 35 Grad gemessen. (Wetter.de; 07/2022)

Der in Köln Rhein mit Niedrigwasser

Die Trockenheit und die damit verbundene verminderte Wasserversorgung bereitet, wie in den vergangenen Jahren, Sorgen – unter anderem für Bäume.

Bislang machte vor allem den Flachwurzlern die schlechte Versorgung mit Wasser zu schaffen. Dazu gehört etwa die Fichte. In der Stadt sind besonders die Jungbäume mit kurzen Wurzeln betroffen.

Experten berichten, dass sogar dicke alte Buchen, die bislang tief an das Grundwasser kamen, abgestorben sind oder absterben. Der Wasserspiegel sei gesunken und die Bäume kommen nicht mehr an das Wasser heran.

Im Juli 2022 zeigt sich laut Umweltbundesamt im Oberboden (bis 0,30 m) fast in ganz Deutschland flächendeckend Trockenstress, teilweise extremer Trockenstress. In der Tiefe von 0,50–0,60 m besteht überwiegend eine ausreichende Wasserversorgung bis leichter Trockenstress. In tieferen Bodenschichten (1,70–1,80 m) ist die Wasserversorgung meist gut bis ausreichend.

Es sind aber deutlich Regionen in Sachsen-Anhalt, in Thüringen und im östlichen Brandenburg erkennbar, in denen auch in den tieferen Bodenschichten Trockenstress besteht. (Umweltbundesamt; 07/2022)

Was bedeutet Bodenfeuchte und welche Rolle spielt sie für die Trockenheit?

Die ⁠Bodenfeuchte⁠ wird über den Wassergehalt und die vom Porenraum des Bodens ausgehende Bodenwasserspannung beschrieben. Je nach Porenraum und Bodenfeuchte haben die Böden eine unterschiedliche Fähigkeit, Wasser zu speichern. Wasser ist mit der Bodensubstanz und der Bodenluft einer der drei Bestandteile des Bodens.

Die Abnahme der Bodenfeuchte ist ein langfristiger Prozess, der vom Klimawandel beeinflusst wird (Umweltbundesamt Monitoringbericht 2019). In Deutschland sind dabei vor allem Regionen mit leichtem, sandigem Boden, das heißt Teile Ostdeutschlands und das Rhein-Main-Gebiet, betroffen.

Maßnahmen der Forstwirtschaft und Kommunen

In der Forstwirtschaft haben die zuständigen Stellen bereits seit einigen Jahren den Waldumbau begonnen, um mit angepassten Arten und der Gestaltung von Mischwäldern die Monokulturen zu reduzieren und die Resilienz (Fähigkeit des Ökosystems, auf Störungen zu reagieren) zu verbessern. So sieht die Schaffung klimarobuster Wälder im Bundesforst die stabile, strukturreiche und standortgerechte Entwicklung von Mischwäldern vor. Dies muss konsequent fortgesetzt werden.

Grüne Infrastruktur in der Stadt

Auch die Kommunen müssen sich an Hitze und Trockenheit anpassen. Das setzt ein neues Denken und einen Paradigmenwechsel voraus. Ein Ziel in der Stadtentwicklung und in der Wasserwirtschaft muss daher die Annäherung an die natürliche Wasserbilanz sein. Mit Hilfe naturnaher Maßnahmen wird Wasser nicht mehr abgeführt, sondern verbleibt im Einzugsgebiet.

Mögliche Maßnahmen neben der Versickerung von Regenwasser sind die Entsiegelung befestigter Flächen, lokale grüne und blaue Infrastrukturen, wie Straßenbäume, Fassaden- und Dachbegrünungen sowie Verdunstungsmöglichkeiten von gespeichertem Regenwasser. Ferner fördern Frischluftschneisen sowie die Kühlung und Verschattung von Gebäuden und öffentlichen Räumen ein gesundes Stadtklima.

Naturnahe Elemente, wie etwa Mulden-Rigolensysteme, stärken die dezentrale Regenwasserversickerung und -verdunstung und helfen Bodenfeuchte und Grundwasserneubildung in urbanen Räumen zu erhöhen. Dies verbessert die Pflanzenversorgung in Trockenphasen und verringert Hitzeeffekte. Für Dürreperioden können darüber hinaus Bewässerungsmöglichkeiten etabliert werden. Diese müssen jedoch effizient und wassersparend gestaltet sein.

Bei der Verwendung von Brauchwasser (z. B. Regenwasser, aufbereitetes Grauwasser (gering verschmutztes Abwasser), aufbereitetes Kommunalabwasser) zur Bewässerung von urbanen Grünflächen sind chemische und hygienische Anforderungen abzuleiten bzw. zu berücksichtigen. Darüber hinaus wird die Anpassung an den Klimawandel in der Städtebauförderung gestärkt, indem beispielsweise grüne Infrastrukturen wie Stadtgrün gefördert werden.

Ist es sinnvoll, Stadt- und Straßenbäume zu wässern?

Der Wert unserer Stadt- und Straßenbäume ist unschätzbar. Sie regulieren zum Beispiel das Mikroklima, spenden Schatten, filtern Emissionen aus Luft und Boden, werten das Stadtbild auf und sind Lebensraum stadttypischer Vogel- und Insektenarten.

Stadtbäume wachsen meist unter schlechteren Standortbedingungen als Bäume in der Natur und leiden unter Verdichtung, Schadstoffen oder Streusalz, sodass die Folgen des Klimawandels – wie Trockenheit – sie zusätzlich belasten. Gesunde Straßenbäume sind jedoch für die Kühlung der Städte durch deren kombinierte Wirkung aus Verdunstungsleistung und Schattenwurf von besonderer Bedeutung, da sie der Aufheizung entgegenwirken.

Manuelle Bewässerung von Bäumen mit Gießwagen

Gerade junge Straßenbäume brauchen besonders viel Wasser. Ihre Wurzeln reichen meist noch nicht bis zum Grundwasserspiegel. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Maßnahmen, um eine Wasserversorgung der jungen Bäume auch bei Trockenheit zu ermöglichen, z. B. über Baumbewässerungsbeutel oder Gießringe. (Textausschnitte vom Umweltbundesamt, Thema: Trockenheit in Deutschland, Fragen und Antworten; 07/2022)

In unserem nächsten Blog berichten wir über effiziente Bewässerungssysteme.

Als Anbieter von innovativen und nachhaltigen ArborSystem Produkten zur effektiven Baumpflanzung und -erhaltung von Stadtbäumen setzen wir von Greenleaf uns für die Pflanzung gesunder Bäume ein.

Greenleaf ist führend in der Entwicklung von Baumgrubensystemen für die Aufstellung von Bäumen in harten, verdichteten Bodensituationen. Mit unserem flexiblen und belastbaren Wurzelkammersystem für Neupflanzungen von Bäumen in innerstädtischen und überbauten Bereichen bieten wir nachhaltige Baumstandorte. Standorte, die den Bäumen ermöglichen gesund zu wachsen, dank großer Mengen unverdichtetem Substrat, sowie viele Nährstoffe, Sauerstoff und genügend Wurzelraum – eben die natürlichen Bedingungen, die der Baum von der Natur gewohnt ist.

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