Warme Kleidung, dicke Pelze, Winterschlaf oder Winterstarre – die kälteste Jahreszeit ist immer wieder eine Herausforderung. Aber wie können wir unseren Stadtbäumen helfen, den Winter schadlos zu überstehen?

Wir erkennen den Herbst daran, dass die Bäume bunt werden – aber wie erkennen die Bäume, dass es Herbst wird? Denn die Herbstfärbung der Laubbäume läutet die ersten Vorbereitungen für die Winterzeit ein.

Nicht nur die sinkenden Temperaturen, auch die kürzer werdende Tageslänge kündigen dem Baum den Winter an. Denn Bäume haben Fotorezeptoren, die Tageslicht registrieren. Bekommt der Baum nur 12 Stunden oder weniger Tageslicht, beginnt er mit den Vorbereitungen auf den Winter – für uns erkennbar an der Buntfärbung der Blätter.

Der Baum zieht alle Stoffe aus den Blättern in Stamm und Wurzeln zurück, die er im Frühling für den Neuaustrieb benötigt. Danach wirft er die Blätter ab. Dies gehört zu den wirksamsten Strategien der Bäume im Winter.

Denn Laubbäume haben durch ihre Blätter eine große Oberfläche, über die viel Wasser verdunsten würde und sonst auch keine Schutzbarriere, um die Verdunstung einzuschränken. Auch würde das Gefrieren des Wassers in den Blättern zum Absterben der Zellen im Blatt führen. Zudem wird für die Photosynthese eine bestimmte Mindesttemperatur benötigt, bei kalten Temperaturen ist diese allerdings stark zurückgesetzt. Zugleich veratmen die Blätter Sauerstoff und brauchen Nährstoffe – langfristig würden die Bäume verhungern.

Besonders junge oder neu gepflanzte Bäume sind anfällig im Winter, da ihnen ausgewachsene Wurzelsysteme und reife, dicke Rinde fehlen. Denn im Herbst beginnt der Baum damit, alle Nährstoffe aus den Blättern zu ziehen und diese im Stamm und in den Wurzeln einzulagern.

Indem Sie jetzt einfache Schritte unternehmen, stellen Sie sicher, dass Ihre Bäume gesund durch den Winter kommen.

Wir zeigen Ihnen eine Checkliste zur Pflege von Wurzeln, Stamm und Ästen.

Baum mit rotem Laub in verschneiter Winterlandschaft

Wurzeln

Junge Stadtbäume im Schnee
  • Wasser – Junge Bäume benötigen während ihrer ersten 2–3 Winter eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit. In Regionen, in denen der Boden gefriert, sollten Sie die Bewässerung während des Auftauens im Winter in Betracht ziehen, damit Wasser tatsächlich in den Boden eindringen kann.
  • Verankerung – Wenn Ihr Baum an einem windigen Ort steht oder kopflastig ist, ziehen Sie eine Baumverankerung in Betracht. Verwenden Sie eine Methode, bei der der Stamm schwanken und sich frei bewegen kann, um ein starkes Stammwachstum zu fördern. Eine unterirdische Wurzelballenverankerung, wie z. B. unsere ArborAnker, die schon bei der Baumpflanzung eingesetzt werden, sorgen hier für Stabilität und sind gleichzeitig völlig unauffällig.
  • Mulch – Legen Sie im späten Herbst bis frühen Winter eine ca. 5–8 cm dicke Schicht aus organischem Mulch, die sich direkt über die Tropflinie des Baums hinaus erstreckt. Dies ist sehr wichtig bei neu gepflanzten Bäumen. Vermeiden Sie aber, dass Mulch in direktem Kontakt zur Stammoberfläche steht.
    Mulch erreicht zwei wichtige Dinge: es isoliert den Boden und die Baumwurzeln gegen Temperaturextreme und verlangsamt den Wasserverlust aus dem Boden. Warten Sie, bis der Boden gefroren ist, um Mulch aufzutragen.
  • Kein Salz – Vermeiden Sie die Verwendung von Eisschmelze auf Steinsalzbasis in der Nähe neuer Bäume. Salz stört die feinen Wurzeln eines Baumes und hemmt ihre Fähigkeit, Wasser, Nährstoffe und Sauerstoff aufzunehmen. Spezielle Filteranlagen und Abscheider können aber den Zufluss von salzhaltigem Oberflächenwasser minimieren.
Beschneiter Pfad mit Bäumen gesäumt wird mit Salz geräumt

Baumstamm 

  • Bewässerungsbeutel – Entfernen Sie die Bewässerungsbeutel von den Baumstämmen, bevor der Frost einsetzt. So vermeiden Sie auch, dass Nagetiere sich am Baumstamm ansiedeln und sich Eis um den Stamm herum ansammelt.
  • Sonnenbrand – Starke Wintersonne auf der Süd- und Südwestseite eines Baumes kann die Baumrinde tagsüber auftauen. Wenn die Nachttemperaturen auf den Gefrierpunkt fallen, können aufgetaute Zellen schnell gefrieren, was zu Rissen in Rinde und Stamm führt, wodurch das Wasser von der Baumkrone abgeschnitten wird. Dieser Vorgang wird Sonnenbrand genannt. Häufig betroffene Bäume haben typischerweise eine dünne Rinde, wie zum Beispiel Esche, Linde oder Ahorn. Anstrich mit thermischer Stammschutzfarbe schafft Abhilfe.

Zweige und Laub

Nadelbaumzweig mit Schnee
  • Gebrochene Äste – Starker Schnee und Eis können sich auf jungen Ästen häufen und zum Brechen führen. Schneiden Sie abgebrochene Äste nach Bedarf ab. Wenn sich Schnee ansammelt, entfernen Sie ihn.
  • Falllaub – Lassen Sie, wo möglich, Falllaub liegen. Laub, das nicht weggekehrt wird, wärmt zudem die darunterliegende Baumscheibe und dient im Frühjahr als natürlicher Dünger.

Wenn also die Natur im Winterschlaf versinkt, hat der Baumschutz dennoch keine Pause, denn jetzt ist die Zeit aktiv zu werden, damit es im Frühling wieder grünt.

Wenn Sie bereits bei der Planung von neuen Baumstandorten für die Winterzeit vorsorgen möchten, hilft Ihnen unser Expertenteam gerne weiter. Sprechen Sie uns einfach an!

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