Seit jeher werden Bäume und Hecken als Windschutz gepflanzt. Verringerung der Windgeschwindigkeit und Veränderungen der Luftturbulenz haben großen Einfluss auf die Effektivität, mit der Bäume Verschmutzungen aus der Luft entfernen. Daneben führen diese Veränderungen des lokalen Windklimas auf Grund der Vermischung von Verunreinigung mit der Umgebungsluft, auch direkt zu Veränderungen der Konzentrationen von Luftschadstoffen in der Umgebung der Bepflanzung herbei.

In einem Waldstück kann es nahezu windstill sein, während außerhalb ein starker Wind weht. Der Wald bildet eine sehr wirksame Barriere für den Wind. In Abhängigkeit von der Höhe der Pflanzen wirkt der Windschutz schon auf der Luv-Seite (in Windrichtung vor dem Hindernis) durch eine Verringerung der Windgeschwindigkeit und die Umleitung des Luftstromes. Ein Waldrand funktioniert darum genauso wie eine dichte Windschutzbepflanzung. In der unten stehenden Abbildung sind die Windverhältnisse rund um einen Wald schematisch dargestellt. In kurzem Abstand von der Leeseite (vom Wind abgewandte Seite) des Waldes ist die Windgeschwindigkeit jedoch schon wieder normal. Das effektiv geschützte Gebiet mit verringerter Windgeschwindigkeit ist relativ klein. Dasselbe Phänomen tritt bei einem grünen Windschutzstreifen auf, der sehr dicht ist. Auch hier wird die Luft in der Umgebung des Hindernisses auf kurzer Strecke gebremst bzw. nach oben umgeleitet, fällt jedoch hinter dem Hindernis wieder nach unten.

Anders ist es bei einer (halb)offenen Baumreihe. Eine Baumreihe die abwechslungsreich bepflanzt ist, verschiedene Höhen aufweist und die teilweise durchlässig ist, bietet weitaus bessere Luftfilterungsmöglichkeiten als eine dichte Windschutzbepflanzung. Auch bei einer offenen Bepflanzung nimmt die Windgeschwindigkeit ab, jedoch weniger als bei einer geschlossenen Bepflanzung. Der Abstand hinter einer offenen Baumreihe bis dorthin, wo die Windgeschwindigkeit wieder normal wird, ist jedoch viel größer als hinter einem Wald oder hinter einer geschlossenen Windschutzbepflanzung. Als Faustregel gilt, dass das geschützte Gebiet hinter einer offenen Baumreihe 15- bis 20-mal so lang ist wie die Höhe der Bäume in der Reihe. Die Schadstoffkonzentration in diesem geschützten Gebiet ist verringert. Dieses Prinzip lässt sich für den Schutz von Wohngebieten in der Nähe von viel befahrenen Straßen nutzen. Positiver Nebeneffekt ist die Lärmschutzwirkung einer solchen Bepflanzung.

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