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Baumstandorte

Wenn Verkehrsflächen in unmittelbarer Nähe von Bäumen geplant oder saniert werden, treffen zwei Anforderungen aufeinander, die sich im Alltag häufig widersprechen: Einerseits müssen Straßen, Gehwege und Radwege dauerhaft sicher, eben und belastbar s

Wenn Verkehrsflächen durch Wurzeln beschädigt werden, wirkt die schnelle Ausbesserung oft verlockend. Risse werden geschlossen, Platten neu gesetzt oder einzelne Abschnitte kurzfristig überarbeitet. Das schafft zunächst Ordnung und verbessert die Nutzbarkeit.

Bäume und Verkehrsflächen teilen sich denselben Standort, folgen aber gegensätzlichen Prinzipien. Die Verkehrsfläche soll eben, belastbar und dauerhaft sicher bleiben.

Unsichtbar – und doch entscheidend

Städtische Baumstandorte sind Extremstandorte. Was im Wald (bisher) selbstverständlich ist – ein durchwurzelbarer, luft- und wasserführender Boden – fehlt im urbanen Raum häufig komplett.

Städte sind laut. Lärm gehört zu den größten Umweltbelastungen in Städten. Straßenverkehr, Lieferverkehr, Baustellen.

Städte gehören zu den Hotspots der Klimakrise. Versiegelte Flächen, dichte Bebauung und wenig Verdunstung führen dazu, dass sich Innenstädte im Sommer deutlich stärker aufheizen als ihr Umland. Fachleute sprechen vom urbanen Wärmeinseleffekt.

Regenwasser galt in der Stadtplanung lange ausschließlich als Abwasser, das möglichst schnell abgeleitet werden muss. Derzeit findet ein anhaltendes Umdenken statt.

Große, etablierte Bäume durch einen kleinen Jungbaum zu ersetzen bedeutet einen langwierigen Rückschritt in der Baumkronenbedeckung und den damit verbundenen ökologischen Leistungen.