Die Anforderungen an innerstädtische Freiräume steigen und in Zeiten des Klimawandels spielt Stadtgrün eine immer wichtigere Rolle. Gerade der Bedarf an Bäumen in der Stadt steigt, die allerdings durch Urbanisierung und steigende Bebauungsdichte zunehmend schwierige Lebensbedingungen vorfinden. Dadurch gewinnen Systeme für Baumquartiere an Bedeutung. Gleichzeitig gerät Kunststoff vermehrt in die Schlagzeilen, was auch dessen Nutzung als Baustoff betrifft. Ist es noch sinnvoll, Kunststoff für unser System RootSpace zu nutzen?

Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff

Die Öffentlichkeit spricht über Kunststoff, als wäre es ein einheitliches Material, das überall gleich ist. Dabei gibt es viele verschiedene Kunststoffarten, mit unterschiedlichen Eigenschaften in Bezug auf Nachhaltigkeit und Schädlichkeit. Die Kunststoff-Pyramide verdeutlicht die Nachthaltigkeit der unterschiedlichen Kunststoffarten – von oben am wenigsten nachhaltig, bis unten am nachhaltigsten. PVC ist zu vermeiden, da es gesundheitsgefährdende Weichmacher enthalten kann, in Kindergärten ist es sogar verboten. PU, PS, ABS und PC sind nur sehr schwer zu recyceln. Manche Kunststoffarten zerfallen zu Mikroplastik, welche die Umwelt verschmutzen. Dagegen ist PP leicht zu recyceln, chemisch neutral und zersetzt sich nicht, weshalb wir es für RootSpace verwenden. Nur Biopolymere sind noch nachhaltiger – doch können wir sie nicht im Tiefbau einsetzen, da ihre Lebensdauer zu gering ist.

Die Kunststoff-Pyramide

Umweltverschmutzung

Ein großes Problem stellt der Kunststoffmüll dar, der die Umwelt verschmutzt. Wir alle kennen Bilder von verschmutzten Gewässern und verletzten Tieren. Kunststoff verursacht viel Müll, hauptsächlich durch Einweg- und Verbrauchsartikel. Viele Einwegartikel und Verpackungsmaterialien, die nach kurzer Nutzungsdauer entsorgt werden, werden aus Kunststoff hergestellt, da es leicht und günstig zu produzieren ist. Dieser Müll landet oft unkontrolliert in der Natur. Da Kunststoff sich sehr langsam zersetzt, bleibt der Müll bestehen bzw. zersetzt sich zunächst in Mikroplastik, das für Mensch und Tier sehr schädlich ist.

RootSpace

RootSpace wird hunderprozentig aus recyceltem PP hergestellt – dadurch tragen wir ein wenig dazu bei, dass alter Kunststoff nicht im Müll landet.

Anders als andere Kunststoffarten ist PP auch beständig gegen fast alle Lösungsmittel, Fette, Säuren und Laugen. Es zersetzt sich nicht, bleibt auch nach Jahrzehnten stabil und gibt keinen Mikroplastik ab.

CO2-Fußabdruck

Ein weiteres Problem an Kunststoff ist der hohe CO2-Fußabdruck. Kunststoff wird aus Erdöl hergestellt und verbraucht dabei viel Energie. Bei RootSpace aus PP wird kein neues Material eingesetzt und auch später ist es unproblematisch recycelbar. Verpackungs- und Einwegartikel aus Kunststoff, vor allem für Lebensmittel, sind selten recycelt und auch nur schwer recycelbar. Der CO2-Fußabdruck wird in der Regel pro kg Material gerechnet. PP ist der Standardkunststoff mit der geringsten Dichte, d. h. Formteile können mit einem geringeren Gewicht bei gleicher Masse hergestellt werden. Recyceltes PP hat bei der Herstellung pro kg einen ähnlichen Energieverbrauch wie Stahl, ist aber durch seine geringe Dichte wesentlich ergiebiger. Eine RootSpace-Konstruktion in 12 m3 Größe ist etwa 60 % leichter als eine vergleichbare Stahlkonstruktion.

Schadstoffe

Ein weiteres Argument gegen Kunststoff sind die enthaltenen Schad­stoffe. Anders als PET, PE, PVC, etc. sind Weichmacher und andere Zusatzstoffe in PP nicht vorhanden.

FAZIT: Das Hauptproblem des Kunststoffes ist der aus Verpackungen und Einwegartikeln entstehende Müll. Bei RootSpace aus PP wird dieser Müll nicht verursacht, sondern recycelt!

2 Comments
  1. Avatar

    Aus welchen Produkten wird der von Ihnen verwendete Kunststoff PP gewonnen?

    1. Christopher Korsch

      Liebe Frau Höft,

      das verwendete PP-Regranulat beziehen wir von unseren Zulieferern, die den recycelten Rohstoff aus Entsorgungsbetrieben erhalten. D. h. der Kunststoff wird aus alltäglichem “Plastikmüll” gewonnen, nicht aus einzelnen Produkten oder Produktgruppen.

      Viele Grüße
      Christopher Korsch

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